Winterpause, Depressionen und Leistungsdruck

[TW: Depressionen, Burn Out]

 

Ich melde mich auch hier mal kurz zu meiner Winterpause. In den letzten Tagen/Wochen war ich immer weniger dazu in der Lage mich hier bzw. auf meinem Twitter bzw. in meinem Netzwerk aktiv zu verhalten. Ich habe nur noch getwittert/gebloggt, wenn mich ein Thema wirklich nicht losgelassen hat (wie die Trigger-Diskussion).

Das hat sehr unschöne Gründe, die eigentlich privat sind. Eigentlich. Denn wenn ich nicht darüber schreiben wollen würde, gäbe es diesen Blogeintrag ja nicht. Der Grund, warum ich euch heute so privat und nah an mich heranlasse ist der, dass in letzter Zeit immer mehr gestresste junge Leute in meinen Social-Medias aufgetaucht sind, viele eine Winterpause machen und Stress zusammen mit Weihnachten meine Timeline überschwemmt.

Gerade zum Ende des Jahres hin, in einer ironischerweise als besinnlich stilisierten Zeit, sind Druck, Stress und Depressionen gang und gäbe. SchülerInnen haben Prüfungen, Studierende sind am Zenit des Semesters angelangt, Arbeitende und Familien müssen schauen wie sie ihre Zeit einteilen. Überstunden sind an der Tagesordnung, von familiärem Stress durch Weihnachten, Geschenkedruck, allgemeiner Melancholie und Co. einmal abgesehen. Diese Umstände lassen Depressionen (und andere mentale Krankheiten) oft ausbrechen.

Man ist also, wie ich im Moment, hin und hergerissen zwischen Arbeit, Familie, Leistungsdruck, Freunden und der eigenen instabilen Verfassung. Und das kann nicht lange gut gehen. Ich möchte an dieser Stelle nicht für andere sprechen, aber ich halte das im Moment einfach nicht aus. Es ist wie ein Hamsterrad, in welchem man gefangen ist. Kaum hat man eine Runde geschafft, wartet die nächste während alles immer schneller und schneller an einem vorbeifliegt. Bevor man es sich versieht bemerkt man, dass man nicht mehr die Kraft hat weiterzumachen, anhalten aber bedeutet, dass man sich auf die (sorry) Schnauze legt.

Ein Essay, ein Lehrplan, ein Referat, Gruppenarbeit. Andere verlassen sich auf einen, Menschen sind enttäuscht, Dozierende erwarten viel und bekommen nichts. Es ist nicht zum Aushalten und hinter all dem droht Weihnachten mit all den familiären Problemen. Die Menschen, die einen eigentlich aus diesem Loch ziehen sollten, werden zur eigenen größten Angst.

Das Handy summt und man will alles, nur nicht draufschauen. Ist es der Dozent, der einem mehr Arbeit aufhalst? Ist es eine Freundin, die man enttäuscht hat? Ist es die Referatsgruppe mit Vorwürfen? Ist es die Familie, die jetzt endlich eine feste Zusage braucht?

Ich weiß, dass dies ein sehr pathetischer und persönlicher Beitrag ist, aber ich hoffe, dass Menschen, die nicht von meiner Krankheit betroffen sind hierdurch lernen, was Stress zum Ende des Jahres hin bedeutet. Und ich hoffe, dass Leute, denen es so geht wie mir sich weniger alleine fühlen. Denn diese Angst, dieser Druck, die Tatsache, dass man nichts schafft und alle enttäuscht, die ist nicht so selten, wie ich das gerne hätte.

 

In diesem Sinne verabschiede ich mich bis Januar, in den Hoffnung, dass ihr diesen Artikel als das seht was er ist: Kein Hilfeschrei, sondern eine Erklärung. Eine Möglichkeit, mich zu entschuldigen (insbesondere bei meinen Schwestern aus dem Nornennetzwerk) und eine Möglichkeit meine Lage in Worte zu fassen. So gut das eben geht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s