Wer hat den längsten (Text)?

Wer hat den längsten (Text)? Ein Plädoyer für das Schauen auf den eigenen Wordcount, anstatt auf den anderer.

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Der NaNo ist da!

Wir alle haben gewartet, geplottet und gezittert und nun ist endlich November und das kollektive Schreiben beginnt.

NaNo-2017-Participant-Facebook-Cover

Na bist Du schon über 5k?

Oder bist Du einer der Menschen, die schon 20k haben?

Nein?

Wenn alle auf der Buddyliste schon weiter sind und man selbst nicht vom Fleck kommt kann der November schnell von einem produktiven Monat zur absoluten Hölle werden. Der NaNo war schon immer gezeichnet von AutorInnen die gegeneinander schreiben. Menschen teilen, wie viele Tausend sie schon geschrieben haben auf der einen Seite, während auf der anderen Seite manche Leute kaum Wörter bisher haben.

Es ist der zweite Tag und bereits jetzt fühlen sich viele schlecht. _______ hat einen Job, 5 Kinder, 2 Hunde und einen mauligen Ehemann und sie kann am Tag 4k schreiben. Wieso kann ich das also nicht?

Gleichzeitig haben AutorInnen weniger Spaß miteinander. Wetteifern wer heute wen überholt hat einen bitteren Beigeschmack, wenn man dauerhaft ein schlechtes Gewissen haben muss. Denn andere fühlen sich mies, wenn man glücklich verkündet, dass man gerade am ersten Tag die 5k geknackt hat.

Dabei geht der eigentliche Spirit des NaNos verloren. Es sollte egal sein, wie weit man schon ist und wie viele Wörter andere schon haben! Neid und Angeberei machen uns als Community kaputt.

Denn dann wird auf der einen Seite über die Leute gelästert, die angeblich schon vorgeschrieben haben und auf der anderen über die, die zu „faul“ sind um den NaNo richtig zu machen.

Es ist absolut egal, ob Du heute 5 oder 5000 Wörter schreibst. Der NaNo ist eine Challenge, die sich jeder so gestalten kann, wie er/sie/nb möchte. Du bist weder besser, noch schlechter als andere wegen Deines Wordcounts!

 

 

 

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2 Kommentare

  1. Danke für dieses Plädoyer! Manchmal bin ich der Meinung, dass der Nano etwas sehr verklärt von den Autoren wahrgenommen wird. Gerade ich selber brauche viel Zeit zum schreiben, Ruhe und Muße und wäre von dem Zeit- und Wordcount Druck eher schnell deprimiert als motiviert. Aber das muss letztendlich jeder selber wissen…

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