Rechte auf der FBM

Liebe MitautorInnen, BuchbloggerInnen und Lesefreudige,

wir sind der Grund, warum die FBM existiert. Wir befeuern sie, geben ihr neuen Lesestoff und stehen auf ihren Bühnen.

Dieses Jahr wurde auf der Frankfurter Buchmesse den Rechtsextremismus eine Bühne gegeben, so wie sie uns gegeben wurde. Unter uns tummelten sich die Menschen, gegen die wir im Kollektiv noch vor weniger als einem Monat anstanden. Die, gegen die wir eigentlich anschreiben. Und viele von euch ignorieren das.

Ich kann verstehen, dass man die Messe gerne genießen möchte und sich zukünftige Zusammenarbeit nicht vermiesen will. Aber Leute, so geht das nicht. Gestern wurde ein linker Demonstrant verletzt, der das tat, was wir alle hätten tun sollen. Die Polizei stand daneben und tat nichts. Der Videobeweis kursiert im Netz und trotzdem scheint nur ein Bruchteil von euch das Ganze wahrzunehmen.

Die FMB äußerte ein Statement, welches stark an die Worte Trumps erinnert, entschuldigte sich nicht dafür, Rechtsextremismus eine Bühne zu bieten und trotzdem sieht man überall auf Twitter und Facebook AutorInnen, welche die FBM loben, feiern und das Negative ignorieren.

Vor wenigen Tagen schrieb ich über unsere Ignoranz und Bequemlichkeit und die FBM ist das beste Beispiel dafür. Auf Twitter laut gegen Rechts schreien und dann, wenn es Veranstaltungen betrifft, die man eigentlich mag, den Mund halten.

Dabei sind WIR die jenigen, die Druck auf Messen ausüben könnten. WIR sind der Grund, warum es diese Messen gibt. WIR sind in der Position zu sagen: Stopp. Hört auf damit.

Warum machen wir es nicht? Wieso ist das wieder so ein kurzer Aufschrei von ein paar Leuten, während der Rest wegschaut und weiterhin glücklich über das Messegelände läuft? Es bringt nichts, erst wütend zu werden, wenn alle wichtigen Promofotos geschossen und die FBM vorbei ist! Fühlt ihr euch nicht schlecht in dem Wissen, dass eure geliebte Messe euch auf eine Stufe stellt mit Rechtsextremisten? Gleiche Chancen vergibt? Gleiche Bühnen? Und wenn es ausartet und jemand verletzt wird sind alle schuld?

Ich weiß nicht, wie ihr das akzeptieren könnt. Ich kann es nicht.

Nach der Wahl hieß es überall „Was können wir tun?“ Jetzt, wo wir wirklich etwas tun können schaut die Hälfte weg.

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Ein Kommentar

  1. Du hast so recht! Ich fand die Pressemeldung im Anschluss auch mehr als fragwürdig. Und ich bin der Meinung, dass wir 87% viel lauter werden müssen. Wenn diese rechten Vögel schon so viele Bühnen kapern, um ihre Meinungen ins Land zu blasen, dann ist es unsere Pflicht als Andersdenkende uns ebenfalls laut Gehör zu verschaffen. Und wenn es bedeutet, dass ich mich selber dafür in den Wind stellen muss, dann ist das halt so.

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